Wichtige Fakten zur Lehnhardt Stiftung


Die Lehnhardt Stiftung wurde von Ernst und Monika Lehnhardt im Jahre 1994 gemeinsam gegründet. Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Lehnhardt (1924 – 2011) hat 1988 als erster HNO Arzt ein taub geborenes, nur 1 1⁄2 Jahre altes Kleinkind mit einem Cochlear Implant versorgt.

Dr. Dr. h.c. Monika Lehnhardt-Goriany etablierte die Firma Cochlear Europe in der Schweiz im Jahre 1987, leitete diese als CEO bis 1999 und konzentrierte ihre Aktivitäten seither auf alle Länder Zentral- und Ost-europas.

Der Zweck der Stiftung ist die Förderung der Früherkennung, Früherfassung und Nachsorge einer möglichen Hörstörung, insbesondere nach Cochlear Implantation. Die Aufklärungsarbeit richtet sich an Ärzte, Therapeuten, Politiker, Medien und vor allen an die Eltern.
Taubheit ist die häufigste sensorische Beeinträchtigung bei Neugeborenen, 1 von 1.000 ist davon betroffen. Daher ist das neonatale Hörscreening ein Muss.
Frühzeitige Erfassung, Erkennung und Intervention sind eine notwendige Voraussetzung für die Erzielung bestmöglicher Resultate: die gelungene Integration tauber Kinder in die hörende Welt.

Zu den wichtigsten Projekten der Lehnhardt Stiftung zählen:

    • 1991 die Gründung des ersten Cochlear Implant Centrums in Hannover, wo bis heute Eltern mit Kindern mit CI beraten werden. Heute gibt es 15 derartige (Re)Habilitationszentren in Deutschland.
    • Aktiv und finanziell unterstützte die Stiftung auch die Gründung eines CIC in Poznan, Polen.
    • Förderung der Gründung der österreichischen, der deutschen und der europäischen Cochlear Implant-Gesellschaften (1995).
    • Unterstützung der Einführung des neonatalen Hörscreenings in Deutschland mit der Kampagne „Mammi schau mal… ob ich hören kann“.
    • Gründung der Lehnhardt Academy 2002 mit dem Ziel, die begleitende Integration zu fördern.
    • Gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, Prag, Warschau und Pamplona wurde das QUESWHIC (Qualification of Educational Staff, Working with Hearing Impaired Children) Lehrprogramm entwickelt, gefördert durch die EU im Rahmen des Comenius Programms (2002 – 2005).
    • Die Trainingsmodule sind im Internet zugänglich. Das Folgeprojekt HICEN (Hearing Impaired Children and heir Educational Needs) wurde mit Partnern aus UK, Belgien, Spanien und Deutschland erarbeitet. Es ist ebenfalls im Internet zugänglich.
    • 2009 ist das Jahr, in dem die Lehnhardt Sitftung digital auftritt, indem eine Plattform für Online Seminare für russisch-sprachige Therapeuten und Eltern – PORA – etabliert wird. Seit nunmehr 10 Jahren bieten wir regelmäßig zwei Mal im Monat Präsentationen und Forum-Diskussionen LiveOnline an.
    • Seit 2000 unterstützen wir taube, bedürftige Kinder bei der Aufbringung finanzieller Mittel und der Suche nach einem geeigneten Chirurgen / CI Zentrum. Unser erster Schützling – ein Waisenkind aus Lettland – lebt heute in einer Familie in Washington. Bis heute konnten wir mehr als 200 Kindern den Weg aus der Stille ebnen, sie kommen vorwiegend aus der Ukraine, aus Kyrgyzstan, aber auch aus Armenien, Estland, Litauen, Lettland, Moldavien, Rumänien, Russland, Uzbekistan, Turkmenistan, Bangladesh, Ghana und Uganda.
    • 2011 lancierten wir eine sehr erfolgreiche Spendenaktion für gebrauchte Sprachprozessoren. Damit verhalfen wir CI Trägern zu einem neueren Modell des externen Teils des CI Systems, das durch täglichen Gebrauch auch Gegenstand der Abnutzung ist und somit nach einigen Jahren nicht mehr oder nur teilweise funktionstüchtig ist. Ein Rückfall in die Taubheit ist für die Kinder mit CI ebenso wie für die Familienangehörigen höchst traumatisch.
    • Seit 2014 ist Kyrgyzstan in unseren Focus gerückt.
Eine neue Initiative starteten wir Ende 2018: Grant Funding.
Wir reichten zwei Projekte („Klinik Partnerschaften – spezifisch für CI“ und
„Early Intervention“) beim GIZ ein.
„Klinik Partnerschaften“ wurde genehmigt, die Umsetzung verzögert sich aus einigen Gründen, soll aber in 2020 realisierbar sein.
„Early Intervention“ wollen wir in modifiziert Form erneut einreichen.
Kurzfristig planen wir die Gründung eines Netzwerkes von Kirgisen im
Ausland (im ersten Schritt in den deutschsprachigen Ländern Österreich,
Deutschland und Schweiz), die bereit sind, das Ziel „Unsere Kinder in
Kyrgyzstan dürfen nicht taub bleiben müssen“ ideell oder finanziell zu
unterstützen. Daraus sollte ein Förderverein entstehen, der sich aktiv in die
Verfolgung dieses Ziels einbringt.

Monika Lehnhardt-Goriany

14.11.2019

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